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Die Blutdruckmessung gehört zum festen Bestandteil des Praxisalltags. Für die unterschiedlichen Anforderungen stehen verschiedene Blutdruckmessgeräte zur Verfügung, von klassischen manuellen Geräten über digitale Blutdruckmessgeräte bis hin zu Systemen für die ambulante Langzeitmessung. Doch welche Variante eignet sich für welchen Einsatz und worauf sollte bei der Auswahl eines Blutdruckmessgeräts für die Arztpraxis geachtet werden?

Welche Blutdruckmessgeräte gibt es?

Grundsätzlich lassen sich für den Praxisbereich drei Varianten unterscheiden: manuelle Blutdruckmessgeräte, digitale Blutdruckmessgeräte und Langzeit-Blutdruckmessgeräte.

Manuelle Geräte arbeiten mit der klassischen auskultatorischen Messmethode. Digitale Geräte bestimmen den Blutdruck dagegen automatisiert, in der Regel oszillometrisch. Langzeit-Blutdruckmessgeräte sind speziell für wiederholte Messungen über einen längeren Zeitraum ausgelegt. Welche Variante sinnvoll ist, hängt deshalb vor allem vom vorgesehenen Einsatzbereich und vom Ablauf in der jeweiligen Praxis ab.


Manuelle Blutdruckmessgeräte: Die klassische Messmethode

Bei der manuellen Blutdruckmessung wird der Blutdruck auskultatorisch bestimmt. Nach dem Aufpumpen der Oberarmmanschette werden die Korotkow-Töne mit einem Stethoskop abgehört und zur Bestimmung des systolischen und diastolischen Blutdrucks herangezogen.
Die Methode setzt eine sichere Anwendung und entsprechende Erfahrung voraus. Gleichzeitig ermöglicht sie eine direkte Beurteilung der Messung durch die anwendende Person. Neben der korrekten Durchführung ist insbesondere eine passende Manschette wichtig, da deren Größe die Messwerte beeinflussen kann.
Manuelle Blutdruckmessgeräte können daher weiterhin eine sinnvolle Ergänzung der Praxisausstattung sein, insbesondere wenn die klassische auskultatorische Messung gezielt eingesetzt wird.

Für den Praxisbedarf finden Sie bei Co-med eine Auswahl verschiedener manueller Blutdruckmessgeräte.


Digitale Blutdruckmessgeräte: Automatisierte Messung im Praxisalltag

Digitale Blutdruckmessgeräte arbeiten überwiegend nach dem oszillometrischen Messprinzip. Die Druckschwankungen innerhalb der Manschette werden während des Messvorgangs erfasst und vom Gerät zur Ermittlung der Blutdruckwerte ausgewertet.

Für den Praxisalltag kann die automatisierte Messung Vorteile bieten, insbesondere wenn regelmäßig Blutdruckkontrollen durchgeführt werden und ein möglichst standardisierter Ablauf gewünscht ist. Je nach Modell können zusätzliche Funktionen wie Speicherplätze oder automatische Wiederholungsmessungen hinzukommen.

Bei der Auswahl sollte jedoch nicht allein der Funktionsumfang entscheidend sein. Die klinische Validierung des Geräts ist ein wesentliches Kriterium für die Beurteilung seiner Messgenauigkeit. Die European Society of Hypertension (ESH) empfiehlt, elektronische Blutdruckmessgeräte einzusetzen, die nach einem etablierten Protokoll erfolgreich validiert wurden.

Eine Übersicht verschiedener Modelle finden Sie bei Co-med unter digitalen Blutdruckmessgeräten.


Langzeit-Blutdruckmessgeräte: Blutdruck über einen längeren Zeitraum erfassen

Eine einzelne Messung in der Arztpraxis bildet immer nur eine Momentaufnahme ab. Bei bestimmten Fragestellungen kann deshalb eine ambulante Blutdruckmessung über einen längeren Zeitraum sinnvoll sein.

Langzeit-Blutdruckmessgeräte führen dafür in festgelegten Abständen automatisch Messungen durch. So lässt sich der Blutdruck über verschiedene Tageszeiten hinweg und auch während der Nacht erfassen. Die ambulante Blutdruckmessung kann unter anderem bei der Beurteilung von Weißkittel- oder maskierter Hypertonie eine wichtige Rolle spielen.

Für diesen Einsatzbereich sind speziell dafür vorgesehene und entsprechend validierte Geräte erforderlich. Eine Auswahl finden Sie bei Co-med unter Langzeit-Blutdruckmessgeräten.


Worauf sollten Arztpraxen bei der Auswahl achten?

Neben dem grundsätzlichen Messverfahren gibt es einige Kriterien, die bei der Beschaffung berücksichtigt werden sollten. Dabei sollte das Gerät nicht isoliert betrachtet werden. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Messgenauigkeit, passender Ausstattung und dem vorgesehenen Einsatzbereich.


Klinische Validierung

Bei elektronischen Blutdruckmessgeräten sollte geprüft werden, ob das jeweilige Modell klinisch validiert wurde. Bei einer solchen Validierung wird die Messgenauigkeit des Geräts anhand festgelegter Verfahren mit einer Referenzmessung verglichen. Die ESH empfiehlt die Verwendung von Geräten, die nach etablierten Validierungsprotokollen erfolgreich geprüft wurden.

Für den deutschen Markt bietet die Deutsche Hochdruckliga eine Übersicht von Blutdruckmessgeräten mit Prüfsiegel für die Messgenauigkeit. Die Prüfungen werden durch unabhängige Prüfinstitute durchgeführt. Ergänzend stellt die internationale Initiative STRIDE BP Listen klinisch validierter Geräte für unterschiedliche Einsatzbereiche bereit.

Dabei ist wichtig, klinische Validierung und regulatorische Anforderungen nicht gleichzusetzen. Das Vorliegen einer Validierung beschreibt insbesondere die nachgewiesene Messgenauigkeit unter definierten Prüfbedingungen.


Passende Manschette

Die Manschette ist ein wesentlicher Bestandteil der Blutdruckmessung. Ihre Größe muss zum Oberarmumfang passen. Eine zu kleine Manschette kann zu einer Überschätzung des Blutdrucks führen, eine zu große Manschette dagegen zu einer Unterschätzung.

Für die Praxis ist deshalb bereits bei der Beschaffung relevant, welche Manschettengrößen für das jeweilige Gerät verfügbar sind. Bei elektronischen Geräten sollten außerdem die vom Hersteller vorgesehenen Manschetten verwendet werden, da diese nicht grundsätzlich zwischen verschiedenen Geräten austauschbar sind.


Bedienung und Ausstattung

Neben der Messgenauigkeit sollte das Gerät zum Arbeitsablauf der Praxis passen. Eine gut ablesbare Anzeige und eine unkomplizierte Bedienung können bei häufigen Routinekontrollen relevant sein. Je nach Einsatz können auch Speicherfunktionen oder automatisierte Mehrfachmessungen sinnvoll sein. Nicht jede zusätzliche Funktion ist jedoch automatisch erforderlich. Entscheidend ist, welche Anforderungen im konkreten Praxisalltag tatsächlich bestehen.


Manuell, digital oder Langzeit: Welche Variante passt?

Die Wahl des Blutdruckmessgeräts lässt sich vor allem über den vorgesehenen Einsatzbereich treffen:

Einsatz in der Praxis

Geeignete Variante

Klassische auskultatorische Blutdruckmessung

Manuelles Blutdruckmessgerät  

Regelmäßige automatisierte Routinekontrollen

Digitales Blutdruckmessgerät

Wiederholte Messungen über einen längeren Zeitraum 

Langzeit-Blutdruckmessgerät

Für die routinemäßige Blutdruckmessung können sowohl manuelle als auch digitale Geräte infrage kommen. Bei der digitalen Variante sollte insbesondere auf eine entsprechende klinische Validierung und geeignete Manschetten geachtet werden.

Wenn dagegen der Blutdruck über einen längeren Zeitraum außerhalb der Praxis erfasst werden soll, ist ein dafür vorgesehenes Langzeit-Blutdruckmessgerät erforderlich. Die Geräte unterscheiden sich damit nicht nur hinsichtlich ihrer Technik, sondern vor allem hinsichtlich ihres vorgesehenen Einsatzes.


Blutdruckmessgerät kaufen: Was sollte bei der Beschaffung berücksichtigt werden?

Wer ein Blutdruckmessgerät für die Arztpraxis kaufen möchte, sollte zunächst den tatsächlichen Bedarf bestimmen. Dabei helfen einige grundlegende Fragen:

  • Welche Messungen werden im Praxisalltag durchgeführt?
  • Soll manuell oder automatisiert gemessen werden?
  • Ist das gewünschte elektronische Gerät klinisch validiert?
  • Welche Manschettengrößen werden benötigt?
  • Welche Funktionen sind für den Praxisablauf tatsächlich relevant?
  • Muss das Gerät auch für bestimmte Patientengruppen geeignet sein?

Gerade der letzte Punkt kann relevant sein: Eine erfolgreiche Validierung bei Erwachsenen bedeutet nicht automatisch, dass ein Gerät auch für spezielle Populationen wie Kinder, Schwangere oder Menschen mit bestimmten Herzrhythmusstörungen entsprechend validiert ist. Für diese Gruppen können separate Validierungen erforderlich sein.


Fazit: Welches Blutdruckmessgerät zu Ihrer Praxis passt

Ob manuell, digital oder für die Langzeitmessung: Welche Variante die richtige ist, hängt vom jeweiligen Einsatzbereich und den Anforderungen der Praxis ab. Neben der Geräteart sollten insbesondere Messgenauigkeit, klinische Validierung, passende Manschettengrößen und eine praxistaugliche Bedienung berücksichtigt werden.

Entdecken Sie jetzt die verschiedenen Blutdruckmessgeräte bei Co-med und informieren Sie sich bei einem unserer Fachhändler über passende Varianten für Ihre Praxis.


Weiterführende Informationen:

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