Blutdruckmessgeräte in der Arztpraxis: Welche Variante ist die richtige?
Das erfahren Sie in diesem Beitrag
- Welche Blutdruckmessgeräte gibt es?
- Manuelle Blutdruckmessgeräte: Die klassische Messmethode
- Digitale Blutdruckmessgeräte: Automatisierte Messung im Praxisalltag
- Langzeit-Blutdruckmessgeräte: Blutdruck über einen längeren Zeitraum erfassen
- Worauf sollten Arztpraxen bei der Auswahl achten?
- Klinische Validierung
- Passende Manschette
- Bedienung und Ausstattung
- Manuell, digital oder Langzeit: Welche Variante passt?
- Blutdruckmessgerät kaufen: Was sollte bei der Beschaffung berücksichtigt werden
- Fazit: Welches Blutdruckmessgerät zu Ihrer Praxis passt

Welche Blutdruckmessgeräte gibt es?
Grundsätzlich lassen sich für den Praxisbereich drei Varianten unterscheiden: manuelle Blutdruckmessgeräte, digitale Blutdruckmessgeräte und Langzeit-Blutdruckmessgeräte.
Manuelle Geräte arbeiten mit der klassischen auskultatorischen Messmethode. Digitale Geräte bestimmen den Blutdruck dagegen automatisiert, in der Regel oszillometrisch. Langzeit-Blutdruckmessgeräte sind speziell für wiederholte Messungen über einen längeren Zeitraum ausgelegt. Welche Variante sinnvoll ist, hängt deshalb vor allem vom vorgesehenen Einsatzbereich und vom Ablauf in der jeweiligen Praxis ab.
Manuelle Blutdruckmessgeräte: Die klassische Messmethode
Bei der manuellen Blutdruckmessung wird der Blutdruck
auskultatorisch bestimmt. Nach dem Aufpumpen der Oberarmmanschette werden die
Korotkow-Töne mit einem Stethoskop abgehört und zur Bestimmung des systolischen
und diastolischen Blutdrucks herangezogen.
Die Methode setzt eine sichere Anwendung und entsprechende
Erfahrung voraus. Gleichzeitig ermöglicht sie eine direkte Beurteilung der
Messung durch die anwendende Person. Neben der korrekten Durchführung ist
insbesondere eine passende Manschette wichtig, da deren Größe die Messwerte
beeinflussen kann.
Manuelle Blutdruckmessgeräte können daher weiterhin eine
sinnvolle Ergänzung der Praxisausstattung sein, insbesondere wenn die
klassische auskultatorische Messung gezielt eingesetzt wird.
Für den Praxisbedarf finden Sie bei Co-med eine Auswahl verschiedener manueller Blutdruckmessgeräte.
Digitale Blutdruckmessgeräte: Automatisierte Messung im Praxisalltag
Digitale Blutdruckmessgeräte arbeiten überwiegend nach dem
oszillometrischen Messprinzip. Die Druckschwankungen innerhalb der Manschette
werden während des Messvorgangs erfasst und vom Gerät zur Ermittlung der
Blutdruckwerte ausgewertet.
Für den Praxisalltag kann die automatisierte Messung
Vorteile bieten, insbesondere wenn regelmäßig Blutdruckkontrollen durchgeführt
werden und ein möglichst standardisierter Ablauf gewünscht ist. Je nach Modell
können zusätzliche Funktionen wie Speicherplätze oder automatische
Wiederholungsmessungen hinzukommen.
Bei der Auswahl sollte jedoch nicht allein der
Funktionsumfang entscheidend sein. Die klinische Validierung des Geräts ist ein
wesentliches Kriterium für die Beurteilung seiner Messgenauigkeit. Die European
Society of Hypertension (ESH) empfiehlt, elektronische Blutdruckmessgeräte
einzusetzen, die nach einem etablierten Protokoll erfolgreich validiert wurden.
Eine Übersicht verschiedener Modelle finden Sie bei Co-med
unter digitalen
Blutdruckmessgeräten.
Langzeit-Blutdruckmessgeräte: Blutdruck über einen längeren Zeitraum erfassen
Eine einzelne Messung in der Arztpraxis bildet immer nur
eine Momentaufnahme ab. Bei bestimmten Fragestellungen kann deshalb eine
ambulante Blutdruckmessung über einen längeren Zeitraum sinnvoll sein.
Langzeit-Blutdruckmessgeräte führen dafür in festgelegten
Abständen automatisch Messungen durch. So lässt sich der Blutdruck über
verschiedene Tageszeiten hinweg und auch während der Nacht erfassen. Die
ambulante Blutdruckmessung kann unter anderem bei der Beurteilung von
Weißkittel- oder maskierter Hypertonie eine wichtige Rolle spielen.
Für diesen Einsatzbereich sind speziell dafür vorgesehene
und entsprechend validierte Geräte erforderlich. Eine Auswahl finden Sie bei
Co-med unter Langzeit-Blutdruckmessgeräten.
Worauf sollten Arztpraxen bei der Auswahl achten?
Neben dem grundsätzlichen Messverfahren gibt es einige
Kriterien, die bei der Beschaffung berücksichtigt werden sollten. Dabei sollte
das Gerät nicht isoliert betrachtet werden. Entscheidend ist das Zusammenspiel
aus Messgenauigkeit, passender Ausstattung und dem vorgesehenen Einsatzbereich.
Klinische Validierung
Bei elektronischen Blutdruckmessgeräten sollte geprüft
werden, ob das jeweilige Modell klinisch validiert wurde. Bei einer solchen
Validierung wird die Messgenauigkeit des Geräts anhand festgelegter Verfahren
mit einer Referenzmessung verglichen. Die ESH empfiehlt die Verwendung von
Geräten, die nach etablierten Validierungsprotokollen erfolgreich geprüft
wurden.
Für den deutschen Markt bietet die Deutsche Hochdruckliga
eine Übersicht
von Blutdruckmessgeräten mit Prüfsiegel für die Messgenauigkeit. Die
Prüfungen werden durch unabhängige Prüfinstitute durchgeführt. Ergänzend stellt
die internationale Initiative STRIDE BP Listen klinisch validierter Geräte
für unterschiedliche Einsatzbereiche bereit.
Dabei ist wichtig, klinische Validierung und regulatorische
Anforderungen nicht gleichzusetzen. Das Vorliegen einer Validierung beschreibt
insbesondere die nachgewiesene Messgenauigkeit unter definierten
Prüfbedingungen.
Passende Manschette
Die Manschette ist ein wesentlicher Bestandteil der
Blutdruckmessung. Ihre Größe muss zum Oberarmumfang passen. Eine zu kleine
Manschette kann zu einer Überschätzung des Blutdrucks führen, eine zu große
Manschette dagegen zu einer Unterschätzung.
Für die Praxis ist deshalb bereits bei der Beschaffung
relevant, welche Manschettengrößen für das jeweilige Gerät verfügbar sind. Bei
elektronischen Geräten sollten außerdem die vom Hersteller vorgesehenen
Manschetten verwendet werden, da diese nicht grundsätzlich zwischen
verschiedenen Geräten austauschbar sind.
Bedienung und Ausstattung
Neben der Messgenauigkeit sollte das Gerät zum Arbeitsablauf
der Praxis passen. Eine gut ablesbare Anzeige und eine unkomplizierte Bedienung
können bei häufigen Routinekontrollen relevant sein. Je nach Einsatz können
auch Speicherfunktionen oder automatisierte Mehrfachmessungen sinnvoll sein. Nicht
jede zusätzliche Funktion ist jedoch automatisch erforderlich. Entscheidend
ist, welche Anforderungen im konkreten Praxisalltag tatsächlich bestehen.
Manuell, digital oder Langzeit: Welche Variante passt?
Die Wahl des Blutdruckmessgeräts lässt sich vor allem über
den vorgesehenen Einsatzbereich treffen:
Einsatz in der Praxis | Geeignete Variante |
Klassische auskultatorische Blutdruckmessung | Manuelles Blutdruckmessgerät |
Regelmäßige automatisierte Routinekontrollen | Digitales Blutdruckmessgerät |
Wiederholte Messungen über einen längeren Zeitraum | Langzeit-Blutdruckmessgerät |
Für die routinemäßige Blutdruckmessung können sowohl manuelle als auch digitale Geräte infrage kommen. Bei der digitalen Variante sollte insbesondere auf eine entsprechende klinische Validierung und geeignete Manschetten geachtet werden.
Wenn dagegen der Blutdruck über einen längeren Zeitraum außerhalb der Praxis erfasst werden soll, ist ein dafür vorgesehenes Langzeit-Blutdruckmessgerät erforderlich. Die Geräte unterscheiden sich damit nicht nur hinsichtlich ihrer Technik, sondern vor allem hinsichtlich ihres vorgesehenen Einsatzes.
Blutdruckmessgerät kaufen: Was sollte bei der Beschaffung berücksichtigt werden?
Wer ein Blutdruckmessgerät für die Arztpraxis kaufen möchte,
sollte zunächst den tatsächlichen Bedarf bestimmen. Dabei helfen einige
grundlegende Fragen:
- Welche
Messungen werden im Praxisalltag durchgeführt?
- Soll
manuell oder automatisiert gemessen werden?
- Ist
das gewünschte elektronische Gerät klinisch validiert?
- Welche
Manschettengrößen werden benötigt?
- Welche
Funktionen sind für den Praxisablauf tatsächlich relevant?
- Muss
das Gerät auch für bestimmte Patientengruppen geeignet sein?
Gerade der letzte Punkt kann relevant sein: Eine erfolgreiche Validierung bei Erwachsenen bedeutet nicht automatisch, dass ein Gerät auch für spezielle Populationen wie Kinder, Schwangere oder Menschen mit bestimmten Herzrhythmusstörungen entsprechend validiert ist. Für diese Gruppen können separate Validierungen erforderlich sein.
Fazit: Welches Blutdruckmessgerät zu Ihrer Praxis passt
Ob manuell, digital oder für die Langzeitmessung: Welche
Variante die richtige ist, hängt vom jeweiligen Einsatzbereich und den
Anforderungen der Praxis ab. Neben der Geräteart sollten insbesondere
Messgenauigkeit, klinische Validierung, passende Manschettengrößen und eine
praxistaugliche Bedienung berücksichtigt werden.
Entdecken Sie jetzt die verschiedenen Blutdruckmessgeräte bei Co-med und informieren Sie sich bei einem unserer Fachhändler über passende Varianten für Ihre Praxis.
Weiterführende Informationen:
- Deutsche Hochdruckliga: Zuverlässige Blutdruckmessgeräte finden.
- Deutsche Hochdruckliga: Hintergrundinformationen zur Blutdruckmessung.
- European Society of Hypertension (ESH) (2021): 2021 Empfehlungen der europäischen Hochdruckgesellschaft für die Blutdruckmessung in der Praxis und außerhalb der Praxis. Grundlage für die Aussagen zu Messverfahren, Genauigkeit, Validierung, Manschetten und ambulanter Blutdruckmessung, in: Nieren- und Hochdruckkrankheiten, 50 (11), S. 490–504.
- STRIDE BP: Validated blood pressure monitors. Internationale Übersicht klinisch validierter Blutdruckmessgeräte für verschiedene Einsatzbereiche.
- TÜV SÜD (2026): TÜV SÜD erklärt, was gute Blutdruckmessgeräte ausmacht.