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Lesedauer: 6 – 7 Minuten

Wir schreiben das Jahr 2026. Aber selbst in der heutigen Zeit gehören postoperative Wundinfektionen immer noch zu den häufigsten Komplikationen nach chirurgischen Eingriffen. Wie Sie das Risiko einer solchen, auch als „Surgical Site Infection“ (SSI) bezeichneten Infektion bei Ihren Patienten verringern können, schauen wir uns in diesem Beitrag an.

Definition: Was ist eine Surgical Site Infection? (Dt. „postoperative Wundinfektion“)

Eine postoperative Wundinfektion ist eine Infektion, die nach einem operativen Eingriff auftritt. 
Surgical Site Infections werden nach dem Grad der Tiefe der Infektion unterteilt in drei Kategorien A1, A2 und A3. Gut zu behandeln sind oberflächliche Infektionen, die die Haut sowie das subkutane Gewebe bis zur Muskelfaszie umfassen. Tiefe Wundinfektionen umfassen neben der Faszie auch die Muskulatur. Zur Kategorie A3 zählen Infektionen, die das operierte Organ oder die, während der OP eröffnete Körperhöhle betreffen.

Wie entsteht eine postoperative Wundinfektion?

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Bei einem operativen Eingriff wird die schützende Hautbarriere gezielt durchtrennt. Dadurch entsteht ein Eintrittstor, über das Mikroorganismen während oder nach der Operation in das Wundgebiet gelangen können. Finden sie dort günstige Bedingungen vor, beginnen sie sich zu vermehren und können eine Infektion auslösen.

Zwar reagiert der Körper mit seinen Abwehrmechanismen, doch bestimmte Oberflächen – etwa Implantate wie Nahtmaterial – können den Bakterien das Anhaften erleichtern. In solchen Bereichen sind sie weniger gut erreichbar für das Immunsystem und antimikrobielle Therapien, was ihre Ausbreitung begünstigt.

Eine zunächst lokale Infektion kann sich schrittweise auf tiefere Gewebeschichten oder angrenzende Organe ausdehnen. Eine in Folge schwere Wundinfektion kann dann lebensbedrohlich sein. Das Risiko für postoperative Wundinfektionen wird maßgeblich durch hygienische Maßnahmen, den Allgemeinzustand des Patienten und präventive Strategien beeinflusst. Ziel ist es, die Keimzahl frühzeitig zu minimieren und deren Ausbreitung zu verhindern, bevor es zu klinisch relevanten Infektionen kommt.

Das Risiko hängt auch von der Art des chirurgischen Eingriffs ab: Kosmetische Eingriffe bei jungen Patienten haben ein deutlich geringeres Infektionsrisiko als z. B. eine Hysterektomie bei einer älteren Patientin. Bei Notfalloperationen ist das Risiko ebenfalls erhöht, verglichen mit geplanten Eingriffen. Ein weiterer Faktor, der bei der Entstehung von Infektionen eine wichtige Rolle spielt, ist die Wundumgebung. Devitalisiertes Gewebe und Fremdkörper wie Nahtmaterial steigern die Wahrscheinlichkeit einer Wundinfektion.

Evidenz für antiseptisch (mit Triclosan) beschichtetes Nahtmaterial

Manchmal steckt der Teufel im Detail: Das im OP verwendete Nahtmaterial hat einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit einer SSI (Surgical Site Infection). Sie als behandelnder Arzt bzw. Ihr Team können zwar bereits einiges für die Hygiene im Praxisalltag tun – mehr Sicherheit erhalten Sie aber, indem Sie auf speziell beschichtetes Nahtmaterial zurückgreifen.

Antiseptisch beschichtetes Nahtmaterial hemmt die bakterielle Besiedelung am Faden. Das mit Triclosan beschichtete „Plus“ Nahtmaterial von J&J Medtech / Ethicon kann zur Reduktion von postoperativen Wundinfektionen beitragen.

J&J Medtech hat dieses Nahtmaterial als Hersteller etabliert. Es ist eines der meist studiertesten Medizinprodukte weltweit. In 17 Metaanalysen, 55 Studien wurde die Wirksamkeit nachgewiesen, dass das Risiko von postoperativen Wundinfektionen um durchschnittlich 28 % gesenkt wird. 7 Nationale und internationale Gesundheitsorganisationen, Fachgesellschaften und Kommissionen sprechen sich für Plus Nahtmaterial aus (WHO, CDC ACS/SIS, NICE, Krinko, Eunethta). 

Das antiseptisch beschichtete Nahtmaterial ist ein echter Helfer, den Sie angesichts der unübersichtlichen Menge an möglichen Infektionsfaktoren guten Gewissens als Teil Ihres Maßnahmenbündels gegen SSI in Betracht ziehen können.

Davon abgesehen können Sie das Nahtmaterial „Plus“ ganz wie gewohnt im OP-Alltag einsetzen: Denn hinsichtlich der Handhabung, der Reißkraft und der Materialresorption besitzt es dieselben Eigenschaften wie herkömmliches unbeschichtetes Nahtmaterial. Wenn Sie „Plus“ testen oder langfristig zur Prävention postoperativer Wundinfektionen nutzen möchten, sind also keine zusätzlichen Maßnahmen des OP-Personals oder des Chirurgen notwendig.

Was ist Triclosan-beschichtetes Nahtmaterial?

Triclosan ist ein antiseptischer, kein antibiotischer Wirkstoff, der seit Jahren in Produkten wie Zahnpasta, Seifen und Desinfektionsmitteln eingesetzt wird. Bei Triclosan-beschichtetem Nahtmaterial ist der Wirkstoff auf den Faden aufgebracht, um eine antiseptische Wirkung direkt an der Wundstelle zu erzielen. Nahtmaterialien können, wie alle implantierten Materialien, Infektionsherde sein, da sie die Infektionsschwelle senken und das Risiko einer Wundinfektion erhöhen. Ziel ist es, diese bakteriellen Infektionen mit antiseptisch beschichteten Nahtmaterial zu verhindern. Triclosan weist keine Resistenzbildung auf, wie zum Beispiel bei antibiotischen Produkten.    

Triclosan-beschichtetes Nahtmaterial bietet einen zusätzlichen Schutz, indem es die Keimbesiedlung an der Nahtstelle hemmt. Das antiseptische Nahtmaterial trägt dazu bei, das Risiko einer Wundinfektion erheblich zu senken. Besonders bei Risikopatienten ist diese Technologie sehr vorteilhaft. 

Gegen welche Erreger ist das Triclosan-beschichtete Nahtmaterial wirksam?

VICRYL® Plus MONOCRYL® Plus PDS® Plus
Staphylococcus aureus
Staphylococcus epidermidis
MRSA – Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus
MRSE – Methicillin-resistenter Staphylococcus epidermidis
Escherichia coli
Klebsiella pneumoniae

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