Selbstsicherndes Nahtmaterial mit Widerhaken: So funktioniert Wundverschluss ohne Knoten
Lesedauer: 5 Min.
Das erfahren Sie in diesem Beitrag
- Was sind die Vorteile des selbstsichernden Nahtmaterials?
- Gibt es Risiken oder Nachteile?
- Knotenlose vs. klassische Nahttechniken
- Wie verändert sich die Nahttechnik mit selbstsichernden Nahtmaterial?
- Wie wird das Nahtende gesichert, wenn kein Knoten erforderlich ist?
- Ist für die Anwendung der knotenlosen Nahttechnik eine Schulung erforderlich?
- Typische Einsatzbereiche des selbstsichernden Nahtmaterials
- Wie verhält sich selbstsicherndes Nahtmaterial bei spannungsreichen Wunden?
- Gibt es qualitative Unterschiede zwischen den Nahtmaterialien verschiedener Hersteller?
- Selbstsicherndes Nahtmaterial: Eine Produktübersicht am Beispiel Stratafix

Was sind die Vorteile des selbstsichernden Nahtmaterials?
- Sicherer Wundverschluss: Mit knotenlosen Wundverschlusssystemen gibt es kein Risiko, dass die Naht durch Knoteninsuffizienzen aufgeht.
- Schnelleres Arbeiten: Sie sparen wertvolle Minuten, was gerade bei komplexen und zeitkritischen Operationen hilfreich ist.
- Effizienterer Arbeitsablauf: Es sind weniger Schritte und Werkzeuge erforderlich, sodass der Wundverschluss deutlich effizienter ist und Sie sich mehr auf die Präzision konzentrieren können.
Gibt es Risiken oder Nachteile?
Knotenlose vs. klassische Nahttechniken
Wie verändert sich die Nahttechnik mit selbstsicherndem Nahtmaterial?
Wie wird das Nahtende gesichert, wenn kein Knoten erforderlich ist?
STRATAFIX™ Spiral PDS™ and Monocryl™ Plus Produktübersicht | J&J MedTech
Bei Stratafix Symmetric beginnen Sie mit einem Rückstich im intakten Gewebe, entgegengesetzt der Schnittrichtung. Anschließend wird das Nahtmaterial vollständig durch das Gewebe gezogen, sodass sich die Fixierungslasche anlegt. Nachdem diese mit einer Unterstechung gesichert wurde, können Sie die Wunde mit einem fortlaufenden Nahtmuster verschließen. Am Ende der Inzision führen Sie zwei Stiche in Gegenrichtung Ihrer Naht aus und schneiden den Faden bündig mit der Gewebeoberfläche ab.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Wundverschluss mit STRATAFIX Symmetric in der offenen Chirurgie | J&J MedTech
Ist für die Anwendung der knotenlosen Nahttechnik eine Schulung erforderlich?
Beim erstmaligen Einsatz des selbstsichernden Nahtmaterials muss jemand mit Produktkenntnis anwesend sein, da Fehler unterlaufen können. Idealerweise erfolgt eine Erläuterung der Nahttechnik über den Außendienst des Nahtmaterial-Herstellers. Wir unterstützen Sie gerne bei der Kontaktaufnahme und freuen uns über Ihre Anfrage.
Typische Einsatzbereiche des selbstsichernden Nahtmaterials
Historisch wurde knotenloses Nahtmaterial zuerst in der plastischen Chirurgie eingesetzt, wo es bis heute häufig zum Einsatz kommt. Beispielsweise beim Hautverschluss in der Brustchirurgie sowie bei der Abdominoplastik.
Darüber hinaus wird es insbesondere bei laparoskopischen Eingriffen eingesetzt, da Knotentechniken bei diesem Verfahren besonders herausfordernd sind. Auch bei offenen, langstreckigen Inzisionen, welche typischerweise mit der Einzelknopftechnik verschlossen werden, bieten selbstsichernde Nahtmaterialien, wie das Stratafix Symmetric Vorteile.
Wie verhält sich selbstsicherndes Nahtmaterial bei spannungsreichen Wunden?
Bei Wundverschlüssen, die unter hoher Spannung stehen, sind Nahtmaterialien mit hoher Reißfestigkeit gefragt. Bei den meisten selbstsichernden Nahtmaterialien entstehen die Widerhaken dadurch, dass in einen monofilen Faden winzige, exakt ausgerichtete Schnitte eingebracht werden. Das führt naturgemäß dazu, dass die ursprüngliche Reißfestigkeit des Fadens etwas reduziert wird. Für viele Einsatzbereiche ist die verbleibende Reißfestigkeit allerdings völlig ausreichend.
Wenn aber eine besonders hohe Spannung auf der Naht liegt, stellt STRATAFIX Symmetric PDS Plus die bislang einzige zuverlässige Lösung dar. Es wurde speziell für Bereiche mit hoher Spannung, wie zum Beispiel beim Bauchdeckenverschluss entwickelt und bietet eine überlegene Haltekraft. Durch ein Stanzverfahren sind die Widerhaken im Hauptfaden integriert, ohne dass Einschnitte die Haltekraft beeinträchtigen.
Gibt es qualitative Unterschiede zwischen den Nahtmaterialien verschiedener Hersteller?
Unterschiede finden sich zum Beispiel im Winkel und in der Anzahl der Widerhaken sowie in den Zulassungen für bestimmte Anwendungsbereiche. Solche Details beeinflussen nicht nur die Handhabung, sondern auch die Haltekraft und die Sicherheit des Wundverschlusses.
Selbstsicherndes Nahtmaterial: Eine Produktübersicht am Beispiel Stratafix
Stratafix eignet sich als selbstsicherndes Nahtmaterial für die allgemeine Adaptation unterschiedlicher Gewebeschichten. Es ist in nicht-resorbierbaren Ausführungen (Polypropylen) sowie in resorbierbaren Ausführungen mit zwei verschiedenen Polymeren und unterschiedlichen Resorptionsprofilen erhältlich. Es gibt drei Varianten, die sich in der Anordnung der Widerhaken am Faden unterscheiden:
Stratafix Spiral, unidirektional
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Stratafix Spiral, bidirektional
Bei der bidirektionalen Variante laufen die Widerhaken in entgegengesetzter Richtung von der Mitte zu den Nadeln an jedem Ende.
Der Wundverschluss und die Spannungskontrolle starten von der Mitte der Inzision. Diese Variante wird unter schwierigen Bedingungen wie große, offene, unregelmäßige Wunden eingesetzt. Zum Beispiel bei der Abdominoplastik, Myomektomie oder Trauma.
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Stratafix Symmetric, unidirektional
Die symmetrische Variante besitzt an beiden Seiten des Fadens spiegelbildlich angeordnete Widerhaken und eignet sich für Bereiche mit hoher Spannung, wie zum Beispiel den Faszienverschluss. Häufig wird dieses Nahtmaterial bei Bauchdeckenplastiken, Knie- und Hüft TEP Operationen verwendet.
Das STRATAFIX™ Symmetric PDS™ Plus Nahtsystem ist bislang das einzige selbstsichernde Nahtmaterial, welches für Bereiche mit hoher Spannung, wie Faszien, zugelassen ist.
